Hier zeigen wir euch, wie und wo ihr in Hessen tauchen lernen könnt.
Blog TL1 Praxis Prüfung 2026 Hyères Frankreich
Tag 1 – Samstag, 03.10.2026
Herzlich willkommen zur Landesprüfung 2026 des Hessischen Tauchsportverbandes in Hyères!
Wir freuen uns, euch in diesem Blog an unseren Erlebnissen über und unter Wasser teilhaben zu lassen und euch durch unsere spannende Prüfungswoche zu begleiten.
Unsere Gruppe besteht aus elf TL1-Anwärtern, einem TL3-Hospitanten, Markus Trommer mit seinem Prüferteam, bestehend aus Dr. Michael Melter und Estelle Mäder, sowie unserem begleitenden Arzt Nils Stöckmann.
Bild: Markus Trommer
Anreise
Unsere bunt gemischte Gruppe setzt sich aus Mitgliedern drei verschiedener VDST-Landesverbände zusammen: dem Hessischen Tauchsportverband (HTSV), dem Badischen Tauchsportverband (BTSV) und dem Tauchsport Landesverband Niedersachsen (TLN). Dies ist ein schönes Zeichen für die gute und unkomplizierte Zusammenarbeit der Landesverbände innerhalb des VDST.
Zusätzlich sind weitere Gasttaucher sowie eine TL3-Anwärterin aus dem LTSV Sachsen-Anhalt vor Ort. Sie absolviert zeitgleich mit unserer TL1-Praxisprüfung ein Basenpraktikum bei Divin’Giens und wird uns in dieser Woche tatkräftig unterstützen.
Um 18:30 Uhr trafen wir uns schließlich zum ersten Mal gemeinsam an der Basis. Gigi und unser Ehreninstrukteur Hansi begrüßten uns herzlich und stellten den Teilnehmern die Basis sowie den Campingplatz vor.
Besonders hervorzuheben ist in diesem Jahr ein ganz besonderes Jubiläum: Bereits zum 20. Mal findet bei Divin’Giens die HTSV TL1-Praxisprüfung statt.
Nach einigen organisatorischen Informationen ging es anschließend weiter zum traditionellen gemeinsamen Abendessen in unserer Stammkneipe. Dort hatten wir die Gelegenheit, unsere Tauchpartner und das Prüfungsteam für den am nächsten Tag anstehenden Eingewöhnungstauchgang kennenzulernen.
Laura Völp-Richter
Tag 2 – Erste Prüfungen, 04.10.2026
Morgens am 4. Oktober starteten wir in aller Frische um 8 Uhr mit einer Runde Schwimmen. Die Strecke von einem Kilometer Länge führte durch die Bucht vor unserem Campingplatz in Hyères.
Bild: Michael Melter
Mit der Strömung in Richtung Boje und der Sonne im Rücken war die erste Hälfte dabei deutlich angenehmer als der Rückweg. Gleichzeitig galt es, den Kurs gut im Blick zu behalten, was aufgrund der frontal stehenden Sonne gar nicht so einfach war. Die 1.000 Meter Schwimmen waren zwar für alle klar geplant – allerdings sorgten die Bedingungen vor Ort für eine kleine ungeplante Verlängerung der Strecke. Einige Teilnehmer schwammen kurzerhand die falsche, optisch gleich aussehende Boje an. So wurden aus den geplanten 1.000 Metern bei dem ein oder anderen unfreiwillig noch ein paar hundert Meter mehr. Trotzdem haben es alle erfolgreich ins Ziel geschafft.
Nach einer kurzen Pause, die mit einer Auffrischung der Rettungsgriffe gefüllt wurde, ging es zur nächsten Übung: 25 Meter Streckentauchen mit dem anschließenden Legen eines Palsteks.
Bilder: Michael Melter
Mit dem Boot zum ersten Tauchgang
Bild: Markus Trommer
Nach der Mittagspause wurde es dann spannend. Zum ersten Mal fuhren wir mit den Bussen zum Hafen und stiegen damit vollends in den Ablauf der Prüfungswoche ein. Am Hafen lernten wir auch die Abläufe rund um das Boot und die Pflichten des TLvD in Aktion kennen.
Am Zielort angekommen wurden die Geräte für den anschließenden Tauchgang ins Wasser gelassen. Doch bevor es unter Wasser ging, stand zunächst das 10-Meter-Apnoe-Tieftauchen auf dem Programm.
Bilder: Estelle Mäder
Danach ging es zum ersten Tauchgang. Nach dem erfolgreichen Checken des Bleis und des Wasser-Nase-Reflexes ging es hinein in eine steinige Unterwasserwelt mit schönen Seegraswiesen.
Bild: Estelle Mäder
Neben einer kleinen Muräne und einer Languste standen auch verschiedene praktische Übungen auf dem Programm. So atmeten wir wechselseitig aus dem Hauptatemregler unseres Buddys und konnten anschließend die Unterwasserwelt genießen.
Bilder: Markus Trommer
Zum Abschluss schoss jeder noch eine Boje und setzte einhändig die Maske ab und wieder auf.
BOB – Boje über Bord!
Zurück an Bord wartete auf der Rückfahrt noch ein kleiner Zwischenfall auf uns: BOB – Boje über Bord!
Die Boje hatte sich kurzerhand selbstständig gemacht und ging über Bord. Glücklicherweise wurde sie grandios wieder eingesammelt.
Der leichte Seegang sorgte dabei ebenfalls für einen ersten kleinen Vorgeschmack auf die bevorstehenden Prüfungen. Für einige Anwärter wurde die Rückfahrt damit ganz nebenbei auch schon zur ersten Prüfung ihrer Seefestigkeit.
Währenddessen hatte der zweite Bus mit den Auszubildenden auf dem Heimweg mit einer Panne zu kämpfen. Mit etwas Verzögerung schafften es die Ausbilder schließlich auch wieder zurück zur Basis. Dadurch verschob sich das Nachbriefing etwas, und wir kamen nur ein bisschen zu spät zum wohlverdienten Abendessen.
Bild: Estelle Mäder
Ein ereignisreicher erster Prüfungstag ging damit zu Ende – und wir konnten mit vielen neuen Eindrücken auf die kommenden Tage blicken.
Laura Völp-Richter
Tag 3 - Geburtstag, Seegang und ein Notfallkoffer voller Fragezeichen, 05.10.2026
Der zweite Tag der TL1-Prüfungswoche des HTSV in Hyères begann standesgemäß mit einem Geburtstagsständchen für unsere Ausbilderin Estelle. Beim anschließenden Referat bekamen wir Besuch von einer erfahrenen Zuhörerin: Die Basenkatze verfolgte das Geschehen vom Dach aus.
Bild: Estelle Mäder
Nach dem Briefing ging es zum Hafen. Kurz nach dem Ablegen zeigte der Wind, was in ihm steckt, und das Schiff schaukelte ordentlich. Bei einigen meldete sich der Magen, doch die Gruppe hielt zusammen und ließ sich nicht aus der Ruhe bringen.
Der erste Tauchgang führte zum Wrack Le Ferando auf etwa 30 Metern. Da die geplante Rettungsübung entfiel, blieb unverhofft Zeit, das Wrack zu erkunden. Bei manchen war der Kopf allerdings noch so sehr bei den Äußeren eindrücken, dass die Wrackbesichtigung kürzer ausfiel als geplant. Am Abend haben wir darüber gelacht und uns vorgenommen, auch in der Prüfungswoche einen schönen Tauchgang zu genießen.

Bilder: Elena Jakobi
In der Pause vor dem zweiten Tauchgang stellte uns unser Arzt Nils den Notfallkoffer vor. Der Inhalt war beeindruckend. Gut zu wissen, dass er an Bord ist, und noch besser, wenn wir ihn die ganze Woche nicht brauchen.
Der zweite Tauchgang führte zur Sec de Langoustier, einer Untiefe bis auf etwa 30 Meter mit Zackenbarschen, Felsformationen, Fischschwärmen und Gorgonien. Die Aufstiegsübung ohne Flossen klappte gut. Danach hatte die Strömung ein Wörtchen mitzureden: Erst erwischten wir die falsche Ankerleine, dann die richtige, und während der Out-of-Gas-Übung trieb es uns erneut ab. Alle blieben ruhig und meisterten die Situation.
Bild: Estelle Mäder
Hinter uns liegt ein abwechslungsreicher Tag mit viel Lernstoff und viel Gelächter. Und das Wichtigste: Alle sind wohlbehalten zurückgekommen.
Elena Reiniger
Tag 4 - Endlich ein echtes Wrack und Welle, 06.10.2026
Auch Tag 4 begann wieder wie die anderen Tage, nämlich eigentlich schon am Vorabend. Die von den Prüfern in die Gruppe gestellten Tauchgangspläne hielten die Teilnehmer noch abends dank der Planung der Tauchgänge beschäftigt, schließlich galt es den Umkehrdruck für die eigenen Geräte und auch 2er sowie 3er Gruppen zu ermitteln. Da alle dies natürlich gewissenhaft berechnet hatten konnten wir morgens pünktlich um 8 alle 11 Teilnehmer sowie unsere Prüfer, Hospitatanten, unseren Arzt sowie die Gäste begrüßen und mit der Einweisung in den Tag starten. Nach der Anwesenheitskontrolle durch den TLvD ging es mit einem Tauchplatzbriefing durch den Prüfungsleiter Markus los. Angesichts der recht wechselhaften Wetterlage vor Ort, wobei vor allem Wind und Wellen eine kurzfristige Planung erfordern, stand erst am Morgen selbst fest, dass es heute zum Wrack der „Michel C“ gehen wird. Anhand eines 3D Modells wurde das Wrack erklärt, bevor Elena uns mit ihrem Vortrag über die Besonderheiten eine Wracktauchgangs aufklärte.
Bild: Estelle Mäder
So informiert machten wir uns auf den Weg zum Hafen um das Boot für die Ausfahrt fertig zu machen. Eine letzte Abfrage der Anwesenheit, für die weniger seefesten Teammitglieder eine entsprechende (gesichert taucherkonforme) Tablette gegen Übelkeit und es konnte losgehen.
Die 25 min. lange Ausfahrt nutzten wir um die Briefings durch die Gruppenführer für die anstehenden Übungen abzuhalten. Diese waren für den Vormittag negativer Abstieg, führen ums Wrack herum und geordneter Aufstieg inklusive Deko und Boje setzen in Sternformation. Alle Gruppen meisterten dies souverän und wurden an der Oberfläche vom Wetter mit Wind und Seegang begrüßt, so dass die Rückfahrt bereits gut schaukelig war. Am Hafen angekommen ging es für die Debriefings und die anschließende Mittagspause zurück auf die Basis.
Bild: Markus Trommer
Nachmittags stand der nächste Tauchgang an und es ging in eine etwas geschütztere Bucht um dem stärker gewordenen Wind zu entkommen. Diese bot die perfekte Gelegenheit um die anstehenden Übungen zu absolvieren. Zeitlicher Flexibilität sei Dank wurde der Vortrag zu den Übungen diesmal von Erik direkt an Bord gehalten und so konnten wir die entsprechenden Informationen direkt in unsere Briefings einbauen. Das Boot schnell noch an Ankerboje und Heckleine vertäut und ab ging es ins Wasser. Dort angekommen übten wir zunächst reihum die Rettung eines bewusstlosen Tauchers.
Bild: Estelle Mäder
Dies klappte bei allen Anwärtern, manch einer würde sagen erwartungsgemäß, schließlich hatten wir an Tag 3 bereits ein Gefühl dafür bekommen, wie sehr die Ausbilder auf kleine Details achten und diesen daher besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Nachdem jeder einmal die Aufgabe Retter, Sicherungstaucher und Rettungsopfer hatte (mit Abstand der entspannteste Part der Übung möchte man anmerken) ging es weiter mit der bekannten Fuchsjagd, bei welcher ein Gruppenmitglied neben seinem Sicherungstaucher mit Regler in der Hand aber aus dem Mund seine Buddys in 10m Entfernung antaucht, diesen das Bedürfnis nach Gasspende signalisiert und deren Regler erhält. Auch diese Übung lief bei allen Teilnehmern gut, so dass wir alle stets eine sichere Luftversorgung gewährleistet hatten. Zum Abschluss des Tauchgangs wurden noch von allen die Bojen gesetzt und am Boot passend aufgetaucht.
Bilder: Nils Stöckmann
Wieder auf der Basis angekommen gab es noch die zu jedem Tauchgang gehörende Nachbesprechung mitsamt Notenvergabe und es zeigte sich, dass wir in den letzten Tagen bereits einiges mitgenommen hatten und ein jeder sich gesteigert hatte. Allein die Noten belegten dies.
So motiviert können wir morgen in die ersten ernsten Prüfungstauchgänge starten.
Micha Ben Mundinger
Tag 5, Hochwasser und Prüfungsstress, 07.10.2026
Wenn die Schonfrist endet und der Wind dreht
Der Tag begann mit besten Voraussetzungen für den letzten offiziellen Übungstauchgang – zumindest, wenn man eine Vorliebe für Feuchtigkeit mitbringt. Bereits auf dem Weg zur Basis sorgte das Wetter dafür, dass wir uns ganz ohne Neopren an das Element Wasser gewöhnen konnten. Kurzerhand wurde auch das Briefing nach drinnen verlegt. Statt eines entspannten Stegreifvortrags im Freien standen detaillierte Trockenübungen auf dem Plan, um die Abläufe der anstehenden Fertigkeiten bis ins Detail einzuschleifen.
Bild: Markus Trommer
Dass der Dauerregen nicht nur uns forderte, zeigte ein Blick ins Lager der Prüfungskommission: Das Mobile Home der Prüfer stand kurz davor, der neueste Tauchspot in Hyères zu werden. Humor hilft bekanntlich gegen Nässe von oben.
Bild: Michael Melter (KI verändert)
Grottig war hier nur der Name
Der Vormittag führte uns zum Tauchplatz Les Grottes für den finalen Trainingslauf vor dem Ernstfall. Trotz des Namens wurde es keineswegs ein „grottiger“ Tauchgang, sondern ein methodisch dichtes Programm vor beeindruckender Kulisse:
Ventilmanagement, Flossentechniken und das kontrollierte Wiedererlangen von verlorener Maske und verlorenem Atemregler.
Obwohl der Fokus klar auf der Ausbildung lag und die Übungen viel Zeit in Anspruch nahmen, bot die Grottenszenerie grandiose Ausblicke und fantastische Lichtspiele. Ein gelungener Abschluss der reinen Vorbereitungsphase.
Bild: Estelle Mäder
Ernstfall bei auffrischendem Wind
Nach der Mittagspause folgte die unmissverständliche Ansage der Prüfer: Die Übungsphase ist offiziell beendet, ab jetzt laufen die Prüfungstauchgänge. Die Schonfrist war damit vorbei.
Als erste Bewertungsaufgabe stand der Aufstieg unter Wechselatmung auf dem Programm – ein Klassiker, der neben technischer Präzision vor allem Ruhe, Blickkontakt und perfekte Tarierung auf Ausbilderniveau verlangt. Da die Wetterprognose einen rasch auffrischenden Starkwind ankündigte, gab es kein Sightseeing, sondern ein fokussiertes Abarbeiten der Aufgaben, um vor dem Einsetzen der rauen See wieder sicher an Land zu sein.
Der Einstieg in die heiße Phase ist gemacht. Die Konzentration im Team ist spürbar hoch, die Stimmung entschlossen – möge der Wind bringen, was er will, wir sind bereit für die kommenden Prüfungstauchgänge..
Jan Spaar
Tag 6 - Sturm und Baggersee Feeling , 08.10.2026
Der fünfte Tag war ein ganz besonderer. Zum einen aus der Sicht der Teilnehmer, es ging doch tatsächlich erst um 10 los, so dass man die Kombi aus ausschlafen und frühstücken genießen konnte. Zum anderen aber auch historisch, schließlich war es im Jubiläumsjahr nach 20 Jahren HTSV TL Prüfungen hier in Südfrankreich das erste Mal, dass wir wetterbedingt von Land tauchen durften. Durch Starkwind blieben alle Boote der Basis im Hafen. Wer jetzt denkt, dass wir uns davon vom tauchen haben abhalten lassen irrt natürlich. Unsere Prüfer haben eine kleine Bucht neben einem Hafen gefunden, in welcher wir vor Wind und Wetter geschützt waren und auch heute wieder unser Können unter Wasser unter Beweis stellen durften. Als guter TL, der wir ja alle einmal werden wollen, lautet die Devise flexibel bleiben, so dass wir die neuen Gegebenheiten natürlich gern als Herausforderung ansahen und annahmen.
Bild: Estelle Mäder
Nach einem Referat von Martin, welcher uns noch einmal die Besonderheiten der Übungen auffrischte und mit Erik als Demonstrationshilfe u.a. den Ausfall des Tariermittels erläuterte ging es in den Autos Richtung Tauchplatz. Dort angekommen wurde zunächst einmal der Einstieg inspiziert, welcher auf jeden Fall eine Herausforderung in sich war. So galt es, über Fels und Stein zu klettern und das mit Gerät auf dem Rücken und sich anschließen gegen die Wellen ins Meer zu werfen. Nach einem kurzen Briefing, bei welchem die Gruppenführer ihre Flexibilität mit der Beschreibung eines gerade erst gesehenen Tauchplatzes unter Beweis stellen durften, ging es auch schon ab ins Wasser. Einen kurzen Check des Wasser-Nase-Reflexes später konnten wir abtauchen. Hier kamen direkt Heimatgefühle auf, schließlich sorgte der Seegang für entspannte 5-7m Sicht, wodurch man sich eher wie im heimischen See fühlte als bei den hervorragenden Sichtweiten der vergangenen Tage, bei welchem wir gefühlt das andere Ufer des Mittelmeers hätten sehen können. Spätestens jetzt stellte sich bei allen Teilnehmern ein entspanntes Gefühl ein, was könnte besser sein als alles wie gewohnt vorzufinden.
Der Unterschied scheint signifikant, was ist wohl im See und was im Meer?
Bild: Markus Trommer & Estelle Mäder
Unter Wasser galt es diverse Übungen zu bewältigen und hierbei auch die gegenseitige Absicherung sowie die Kommunikation innerhalb der Gruppe bestens unter Beweis zu stellen.
Zunächst wurde mit dem gleichzeitigen Verlust von Maske und Regler gestartet, wobei sich der Vorführende beides aus dem Gesicht zog und anschließend austariert wieder Sichtfähigkeit und Atemgasversorgung herstellte.
Bild: Markus Trommer
Anschließend wurde der Verlust des Tariermittels demonstriert, indem wir dieses mit einem Ritt auf der Boje ausglichen. So manche eine, Teilnehmer war diese Übung recht unbekannt, dennoch wurde sie mit Bravour von allen gemeistert.
Bild: Nils Stöckmann
Abschließend begaben sich zwei Teilnehmer in die Wechselatmung aus dem Hauptregler von einer Person während beide gemeinsam im Team die Boje setzten. Hier gilt es, eine gute Koordination als Team mit verschiedenen anderen Skills zu vereinen. Auch dies wurde von allen Teilnehmern ohne weiteres gemeistert.
Bild: Estelle Mäder
Abschließend galt es den Weg zurück zum Einstieg zu finden und die Herausforderungen desselbigen zu meistern. Hierbei war unser Landteam, bestehend aus Dominik, Nils und Max, eine super Hilfe, da diese nicht nur ein Seil als Kletterhilfe sondern auch helfende Hände parat hatten. Dessen nicht genug erwartete uns nach dem abrödeln eine weitere Überraschung, in guter alter Manier der Region Südfrankreich wurden wir mir Rose (alternativ stand auch Apfelsaft parat) empfangen.
Bilder: Estelle Mäder & Max Rau
Leider ließ es die Logistik nicht zu, einen weiteren Tauchgang zu machen, so dass wir abschließend den Rest des Tages nutzen konnten um die verbliebenen Tauchgangsprotokolle fertig zu schreiben sie unseren Prüfern abzugeben und ein bisschen die Umgebung zu erkunden.
Bild: Elena Jakobi
Den Abend ließen wir dann um 19 Uhr wie immer beim gemeinsamen Abendessen ausklingen sowie mit der Vorbereitung der beiden nächsten Tauchgänge für den morgigen Tag.
Micha Ben Mundinger
Tag 7 - Seegras, Strömung und ein Opfer mit Soundeffekten , 09.10.2026
Der Plan für den Vormittag war eigentlich eindeutig: Wracktauchen an der Ville de Grasse. Das Mittelmeer hatte jedoch andere Pläne. Aufgrund der Bedingungen wurde kurzerhand umdisponiert, und so fanden wir uns am Tauchplatz Escampo wieder. Statt eines Wracks erwarteten uns dort ausgedehnte Seegrasfelder, soweit das Auge reichte.
Bild: Estelle Mäder
Strömung inklusive
Als wäre das Seegras nicht schon Herausforderung genug gewesen, sorgte eine spürbare Strömung für zusätzliche Abwechslung. Endlich wissen wir wie sich das Meer anfühlt. Dazu kamen mehrere, für uns bis dahin unbekannte Prüfungsaufgaben, die wir erst unter Wasser über Schreibtafeln und Handzeichen erfuhren.
Unter anderem standen folgende Übungen auf dem Programm:
Flosse verloren
Maske verloren
Knotenkunde unter Wasser
Ventilmanagement
Tariermittelverlust
Mit Strömung im Rücken und Seegras vor der Maske wurde jede Aufgabe zu einer kleinen Geduldsprobe. Dennoch meisterten alle Teilnehmer die Übungen erfolgreich.
Bild: Nils Stöckmann
Zurück an Bord fiel die Anspannung schnell ab. Ein Ohrwurm mit dem Refrain „Du bist gut genuuuuuug“ machte die Runde und sorgte für beste Stimmung auf dem Boot. Ob als Motivationshilfe oder als Kommentar zum bisherigen Prüfungsverlauf, darüber lässt sich nur spekulieren.
Bild: Dominik Kalbfleisch
Rettung im Seegras
Nach der Mittagspause ging es nach Rabat unser nächster Tauchplatz. Auch dort dominierten Seegrasfelder in jeder Richtung, die Unterwasserlandschaft. Auf dem Programm stand diesmal die Rettung eines verunfallten Tauchers.
Vor dem Tauchgang demonstrierten uns Markus, Micha und Nils zunächst, wie ein verunfallter Taucher möglichst schonend und sicher an Bord gebracht werden kann. Anschließend ging es wieder ins Wasser.
Nach einiger Zeit hatten die Ausbilder eine geeignete Stelle gefunden, an der wir die Rettung selbst üben konnten. Nachdem jeder Teilnehmer die Übung durchlaufen hatte, nahmen wir wieder Formation auf und setzten den Tauchgang fort.
Dann folgte der beinahe echte Ernstfall: Ohne Vorwarnung wurde ein Teilnehmer zum „Opfer“ erklärt und verunfallte plötzlich. Die übrige Gruppe musste die Situation erkennen, den Taucher sichern, kontrolliert an die Oberfläche bringen und anschließend an Bord versorgen.
Bild: Estelle Mäder
Die Stimme aus dem Off
An Bord meldete sich schließlich die Stimme aus dem Off, netterweise übernommen von Nils, und schilderte die Symptome des Verunfallten. Nun galt es, die Situation richtig einzuschätzen und die notwendigen Maßnahmen einzuleiten.
Für zusätzliche Unterhaltung sorgten die passenden Soundeffekte, die wiederholt für Gelächter an Bord sorgten. Der Konzentration war das nicht immer zuträglich, der Stimmung dafür umso mehr.
Auf der Rückfahrt zum Hafen blieb genügend Zeit, die Erlebnisse des Tages Revue passieren zu lassen. Beim anschließenden Debriefing wurden die beiden Tauchgänge sowie die Rettungsübung ausführlich besprochen. Damit ging ein abwechslungsreicher Ausbildungstag zu Ende, der neben anspruchsvollen Übungen auch für einige unvergessliche Momente sorgte.
Erik Eggenkämper / Martin Jansen
Tag 8 – Letzter Tauchgang und ein Abend voller schöner Momente, 10.10.2026
Der letzte Tag unserer TL1-Praxisprüfung in Hyères war gekommen. Eine Woche voller anspruchsvoller Tauchgänge, intensiver Ausbildung, Prüfungsstress und jeder Menge gemeinsamer Erlebnisse lag hinter uns. Nun stand uns noch eine letzte Ausfahrt bevor – und damit der letzte Prüfungstauchgang, bevor wir endlich erfahren sollten, ob sich die ganze Mühe ausgezahlt hatte.

Bild: Nils Stöckmann
Für unsere letzte Ausfahrt ging es zum Wrack des ehemaligen Frachtschiffs Donator, die 1945 nach dem Auflaufen auf eine Seemine zwischen den Inseln Porquerolles und Port-Cros gesunken war. Auf 45m Tiefe zeigte sie sich uns mit einer Länge von 78m, sowie vielen verschiedenen Fischen und Korallen. Noch ein letztes Mal war Konzentration gefragt, bevor wir schließlich gemeinsam mit der Ar Guevel zurück an Land fuhren.

Bilder: Nils Stöckmann
Damit waren die praktischen Prüfungstauchgänge geschafft!
Jetzt noch das Boot leer räumen;)

Bilder: Nils Stöckmann
Da wir den Nachmittag zur freien Verfügung hatten, nutzten wir die Zeit ganz unterschiedlich. Einige erkundeten noch einmal die Stadt Hyères, andere packten bereits ihre Sachen für die bevorstehende Abreise. Wieder andere genossen die Sonne am Strand und ließen die intensive Woche langsam Revue passieren, während sich die Prüfer zurückzogen und die Ergebnisse der letzten Tage auswerteten.
So richtig abschalten konnte vermutlich trotzdem niemand. Schließlich wartete am Abend noch der wichtigste Moment der gesamten Woche auf uns: die Vergabe unserer TL-Lizenzen.
Am Abend trafen wir uns um 18:30 Uhr auf der Rooftop-Terrasse des Campingplatz Restaurants. Markus, Michael, Estelle und Nils überreichten uns dort schließlich feierlich unsere TL-Lizenzen. Die Erleichterung und Freude waren groß – endlich war es geschafft! Aus Tauchlehreranwärtern wurden Tauchlehrer.

Bild: Estelle Mäder
Hinter uns lag eine Woche, die uns fachlich und persönlich einiges abverlangt hatte. Wir hatten anspruchsvolle Übungen gemeistert, unter wechselnden Bedingungen getaucht, voneinander gelernt und uns gegenseitig unterstützt. Und auch wenn die Anspannung zwischendurch groß war, konnten wir nun gemeinsam auf das Erreichte anstoßen.

Bild: Max Rau
Bei gutem Essen, reichlich Getränken und jeder Menge Gelächter ließen wir den letzten Abend gemeinsam ausklingen. Die Geschichten der vergangenen Tage wurden noch einmal hervorgeholt, kleine Missgeschicke sorgten erneut für Lacher und aus manch einer stressigen Prüfungssituation wurden rückblickend schöne Momente.
Besonders schön war, dass die Gruppe beschloss, sich auch in Zukunft wiederzutreffen. In dieser Woche waren wir eng zusammengewachsen. Obwohl wir aus unterschiedlichen Vereinen und Landesverbänden angereist waren, hatten uns die gemeinsamen Herausforderungen zu einem echten Team gemacht. Und dieses Team sollte nicht einfach mit der Abreise auseinandergehen.
Wenn wir auf die vergangenen Tage zurückblicken, können wir alle einiges mitnehmen: neues Wissen, verbesserte Fähigkeiten, wertvolle Erfahrungen und viele schöne Erinnerungen. Wir haben gelernt, Verantwortung zu übernehmen, flexibel zu bleiben und uns aufeinander zu verlassen. Vor allem aber haben wir erlebt, dass man gemeinsam auch anspruchsvolle Herausforderungen meistern kann.
Ein herzliches Dankeschön gilt Markus, dem gesamten Ausbilder- und Prüferteam, unserem begleitenden Arzt Nils sowie der Tauchbasis Divin’Giens für die intensive Begleitung und Unterstützung während dieser Woche.

Bild: Luca Domschitz
Wir sind als Tauchlehreranwärter nach Hyères gekommen und fahren nun als Tauchlehrer wieder nach Hause. Die Woche war stressig, fordernd und manchmal nervenaufreibend – aber sie war auch lehrreich, lustig und voller gemeinsamer Erlebnisse.
Am Ende können wir alle sagen: Es war ein voller Erfolg!
Emilia Kaminski
Ausbildung
Der HTSV bietet ein umfangreiches Kursangebot und viele Möglichkeiten, das Sporttauchen im Verein sicher und kostengünstig zu erlernen und im Schwimmbad Fitness und Tauchfertigkeiten zu trainieren.
Über 230 erfahrene Tauchlehrer und etwa 420 Übungsleiter aus hessischen Vereinen sind unter dem Dach des HTSV organisiert. Sie sind gleichzeitig ausgebildete Trainer des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB). Durch ein einheitliches Fortbildungskonzept wird sichergestellt, dass hessische Tauchlehrer und Trainer immer auf dem neuesten Stand sind.
Junge Tauchlehreranwärter werden über ein eigenes Stipendium fachlich und finanziell gefördert.
Ausgebildet wird in kleinen Gruppen nach den Richtlinien des Verbandes Deutscher Sporttaucher (VDST) und des Welttauchverbandes (CMAS). Alle Ausbilder arbeiten ehrenamtlich und ohne Zeitdruck, so dass sie auf jeden Schüler individuell eingehen können. Ihnen geht es darum, im Rahmen der Ausbildung den Spaß am sicheren Tauchen zu vermitteln - nicht ums „Geld verdienen“.
Neben zahlreichen Grundkursen bieten qualifizierte Tauchlehrer hessischer Vereine eine Vielzahl von Spezialkursen an, an denen die Mitglieder des HTSV und anderer Landesverbände teilnehmen können. Regelmäßig finden Kurse zu den Themen Orientierung, Nachttauchen, Wracktauchen, Eistauchen, Unterwasserbiologie, Nitrox, Apnoetauchen, Tauchmedizin oder zum Technischen Tauchen statt.
Die Webseite des HTSV informiert laufend über das aktuelle Kursangebot und bietet die Möglichkeit zur direkten Anmeldung.




































