Aktion Gewässerreinigung See Schönbach, 1.6.2019

Noch nie war der Andrang zu der Gewässerreinigung am Verbandssee Steinbruch Winkel so groß wie im diesem Jahr. 32 Anmeldungen ist Rekord. Vor Ort kamen sogar noch einige Taucher dazu, wollten sie sich doch nicht die Gelegenheit entgehen lassen, in dem normalerweise gesperrten Seebereich der Angler zu tauchen. Trotz großem Einsatz der Taucher war die gefundene Menge an Müll recht gering. Kein Wunder, wird diese jährliche Reinigung doch schon seit 12 Jahren durchgeführt. Seit der Zugang zum See limitiert ist, wird hier kein Müll mehr illegal entsorgt und die aktuellen Nutzer, Angler und Taucher, achten auf ihren See. So beschränkte sich die Ausbeute auf wenige Flaschen und Dosen und diverse Angelschnüre mit Haken, Blinkern oder Ködern. Als besondere Aktion wurde von versunkenen Bäumen einige Äste abgeschnitten die bisher einige Angelhaken gefangen hatten. Zudem wurde auf Wunsch der Angler vom HTSV noch eine Gewässeruntersuchung durchgeführt. Die hierbei ermittelten Wert liegen im normalen Bereich. 

Zum Abschluss luden die Angler zum Grillen ein. Mit leckeren Würstchen und Grillfleisch und gemütlichem Beisammensein klang die Veranstaltung aus.

 

Text: Bernd Schmidt

Hasenkäfige für den Gewässerschutz

Ungläubige Gesichter machten Zaungäste am Wechselsee in Biebesheim und im Niederweimarer See bei Marburg. Die ortsansässigen Tauchvereine aus Biebesheim, Darmstadt, Gießen und Marburg versenkten dort mit Unterstützung der Anglervereine Hasenkäfige.

 

„Auch bei unseren Tauchern hat das erstmal zu Nachfragen und Schmunzeln geführt“ meinte Bernd Schmidt, Bereichsleiter Umwelt im HTSV. „Allerdings werden keine Seehasen gezüchtet“ ergänzte Karl Schwebel vom Verband Hessischer Fischer mit einem Lächeln im Gesicht. Die Käfige dienen als sogenannte Enclosures wissenschaftlichen Zwecken: Wachsen dort Pflanzen anders als an ungeschützten Stellen?

 

Die beiden Seen haben viele Gemeinsamkeiten: intensive Nutzung durch Badegäste, Nutzung durch Wassersportaktivitäten, Tauchen und Angeln. Und in beiden See verändert sich die Unterwasserwelt. Die unterseeischen Wiesen gehen zurück. Dabei sind Pflanzen für die Unterwasserwelt von enormer Bedeutung. VDST-Tauchlehrer Rainer Stoodt schwärmt von diesen unterseeischen Wiesen, die in Marburg weite Teile des Seegrundes bedecken und noch in 10m Tiefe zu finden sind. Wasserpflanzen produzieren Sauerstoff und speichern das ganze Jahr Nährstoffe, so dass die Algenblüten nicht sehr intensiv ausfallen. Und das nutzt allen Lebewesen, die entweder im See leben oder ihn zur Erholung besuchen.

 

Das Besondere an dem Projekt in Biebesheim ist die Zusammenarbeit zwischen Tauchern und Anglern. Die Idee zu dem Versuch mit Hasenkäfigen wurde im Januar bei einer Arbeitsrunde von Anglern und Tauchern am Wechselsee besprochen und nun schon in die Tat umgesetzt. Gemeinsam für den Gewässerschutz wurden an mehreren Stellen unter Wasser jeweils 2m² große Hasenkäfige versenkt, verankert und Referenzflächen markiert. Denn es gibt einen Rückgang der Wasserpflanzen – in Biebesheim ist dieser signifikant. Das kann an den hohen Wassertemperaturen des vergangenen Sommers oder an besonderen Umweltbedingungen liegen. Aber möglicherweise auch an Fischarten, die den Seeboden nach Nahrung durchwühlen und – ähnlich wie Wildschweine – dabei den Boden durchwühlen. Um darüber Gewissheit zu erhalten, dienen die geschützten Bereiche der Hasenkäfige.

Im kommenden Jahr werden sich dann die Angler und die Tauchvereine zusammensetzen und die Ergebnisse auswerten und über Maßnahmen sprechen, wie man den Zustand des Gewässers verbessern kann.

 

Auch dem hessischen Umweltministerium gefällt das Enclosure - Projekt und deshalb wird es finanziell unterstützt. Es passt nämlich gut zur Biodiversitätsstrategie des Landes Hessen.

 

Im Wechselsee in Biebesheim war ein finanzielle Unterstützung nicht nötig, die Käfige dort hat der Kaninchenzuchtverein gespendet. Fotos der Entwicklung unter Wasser werden regelmäßig auf der Homepage der Taucher veröffentlicht: www.gwg-sub.de und https://tauch-club-turtle.de/.

 

Im Sommer soll die Zusammenarbeit zwischen Anglern und Tauchern weitergehen: In Niederweimar wird es ein gemeinsames Seminar mit dem Verband Hessischer Fischer zur Gewässeruntersuchung geben. Ein paar Plätze sind noch frei.

Hier geht es zur Anmeldung: https://htsv.org/ausschreibung/?Serial=1439

 

Text: R. Stoodt

 

 

Gewässererkundung Steinrodsee

Vom Verband Hessischer Fischer wurde eine Bitte an den HTSV weiter geleitet: Dem Pächter des Sees, dem Angelverein Gräfenhausen, bereitet der Zustand des Steinrodsees bei Darmstadt Sorge und Maßnahmen zur Verbesserung werden diskutiert. Zur Entscheidungsfindung wären einige Unterwasserbilder sehr hilfreich, denn der ehemals vorhandene Bewuchs scheint verschwunden.



Drei Sporttaucher vom Unterwasserclub Langen übernahmen diese Aufgabe gerne, Annemarie Grove, Petra Tschunt und Peter Horlemann-Rechthin . Bot sie doch die Gelegenheit in einem See zu tauchen, der sonst nie betaucht werden darf. Allerdings waren die Erwartungen bei 2 -3m Wassertiefe nicht zu hoch gesteckt, war der See doch entstanden als dort für die Reichsautobahn Sand und Kies benötigt wurde.



Leider bestätigte der Tauchgang und die Bilder den traurigen Zustand: Keinerlei Bewuchs von höheren Pflanzen zu finden, aber schlechte Sicht durch einsetzende Algenblüte. Eine Probe mit dem Stechrohr ergab, dass auf dem Boden keine Langzeit-Sedimentierung stattfindet. Die auf dem Sandboden vorhandene 5-10cm starke Mulmschicht ist vermutlich nur der Eintrag von organischer Substanz (Blätter, etc.) des letzten Jahres. In ihr ist aktuell ein reiches Leben von Kleinlebewesen zu finden.

Die auf den Bildern erkennbaren kleinen Mulden im Bodengrund dürften Fressspuren von Karpfen sein.

Die gleichzeitig durchgeführten Wasser-Untersuchungen ergaben auch keinen direkten Hinweis auf eine mögliche Ursache. Alle ermittelten Werte liegen im Normalbereich: Nitrat, Phosphat, und Ammonium unter der Nachweisgrenze, Nitrit 0,1mg/l, Gesamthärte 10°dH, pH um 8,0. Nur die Sauerstoffsättigungswerte waren ungewöhnlich gering: 75% an der Oberfläche, am Boden noch 50%.



Der Vorsitzende des Angelvereins, Timm Wächter, bedankte sich für die Bilder und Daten bei den Tauchern mit einer Einladung zum Essen ins Vereinsheim. Was es gab? Leckere geräucherte Forelle. 



PS: Falls Du als Taucher mit Foto Interesse hättest an ähnlichen Aktionen und in sonst nicht zugänglichen Gewässern zu tauchen, kannst Du Dich gerne bei Bernd unter umwelt@htsv.de melden.



Die Taucherinnen und Taucher des Hessischen Tauchsportverbandes (HTSV) sind nicht nur als Unterwasser- Rugbyspieler oder Finschwimmer unterwegs. Sie...

Weiterlesen

Tolle Tauchplätze, begeisterte Teilnehmer - der Sonderkurs „Faszinierende Biologie des Mittelmeeres“ von Dr. Werner Diesendorf war ein großer Erfolg. ...

Weiterlesen