Seereinigung in Schönbach

Am Samstag, den 09.06.2018 fand zum wiederholten Mal die alljährliche Gewässerreinigung

am HTSV-See "Steinbruch Winkel" in Schönbach statt. Bei dieser allseits sehr beliebten Aktion

ist ausnahmsweise und in Kooperation mit den Anglern auch das Betauchen des Anglerbereiches

erlaubt. Im Gegenzug für dieses Privileg haben wir gerne Müll eingesammelt und in Netzen bei

Bio-Bernd Schmidt abgeliefert. Erfreulicherweise war die Ausbeute überschaubar, bis auf ein paar

Dosen, einem Schornsteinfegerbesen und natürlich etlichen Angelschnüren samt Schwimmern und Ködern

war es überall sauber. Ein skelettierter Hecht, zwei tote Rotaugen und ein lebloser Krebs wurden gesehen

sowie natürlich auch viele lebendige Fische: Welse, Störe, einige Hechte, viele Plötze (= Rotaugen) plus

teils erstaunlich große Flußbarsche. Auch der Bewuchs und die die Steinformationen im Anglerbereich

sind spannend und man konnte ganz neue Seiten im See bestaunen.... Die Sicht ist derzeit bis zur

Sprungschicht auf 4 Meter mit ca. 4 Metern ganz passabel, bis 14 Meter dann eher trüb und darunter wieder klarer. 

Als Dankeschön für unsere Bemühungen gab es zum Abschluss Speis' und Trank bei den Anglern.

Wir haben gesellig zusammengesessen, unsere Erfahrungen ausgetauscht, Logbuch geschrieben und

nebenher einiges an Nackensteaks, Würstchen, Brötchen und Salat verputzt.

Auch eine große Auswahl an Kaltgetränken und Kaffee gab es zur erfolgreichen Rehydrierung.

Das Wetter meinte es sehr gut mit uns, die Sonne lachte und als uns am späteren Nachmittag die ersten

Regentropfen beschleunigten, machten man sich bestens gelaunt, satt und glücklich auf den Heimweg.

Vielen lieben Dank an die Angler für ihre herzliche Gastfreundschaft mit Spritzenverpflegung.

Und natürlich auch Danke an alle Teilnehmer.

Ich bin mir sicher, dass die Anzahl der Wiederholungstäter auch 2019 groß sein wird... 

SK Meeresbiologie „Faszinierende Biologie des Mittelmeeres“ in Südfrankreich

Fünf Tage, in der Zeit vom 17. bis 21.10. 2016, stand die Tauchbasis „Divin Giens“ von Hansi Hähner im Mittelpunkt meeresbiologischer Untersuchungen, die von Dr. Werner Diesendorf durchgeführt wurden. Der Seminarraum war mit Binokularen, Lupen und einem Mikroskop für die Untersuchungen ausgestattet, so dass die Teilnehmer sowohl die makroskopischen als auch die mikroskopischen Bereiche der faszinierenden Unterwasserwelt des Mittelmeeres erforschen und beobachten konnten. Für die Verhaltensbeobachtungen vor Ort diente ein kleines Aquarium, bestückt mit lebenden Seeigeln, Einsiedlerkrebsen, Purpurschnecken, Austern und bewachsenen Neptungräsern.

Die biologischen Inhalte sowie die Ziele des Seminars waren diesmal hauptsächlich für Tauchlehrer und Trainer C im Hinblick auf deren Multiplikatorenfunktion in der Ausbildung geplant worden. 

Die Ökologie  der einzelnen Tauchgänge und Tauchgebiete wie Hartboden, Sandboden, Seegraswiese und Weichboden wurden anhand von virtuellen Tauchgangsbildern und Arbeitsblättern theoretisch erarbeitet sowie in der Praxis durch die dazugehörigen Tauchgänge überprüft. Die Wiedererkennung eines Organismus in der natürlichen Umgebung war oft Motivation bei der Auswertung der Tauchgänge sich spontan intensiver mit Verhalten, Fortpflanzung, und Nahrungserwerb  zu beschäftigen. Für jeden Tauchplatz konnte eine Artenliste der gesehenen Organismen aufgestellt und vervollständigt werden.

Eines der Highlights war zweifellos der Besuch des Nationalparks „Port Cros“ und die dort durchgeführten Tauchgänge. Nach gründlicher theoretischer Vorbereitung über die Lebensweise der Zackenbarsche und Barrakudas konnte nun jeder die nonverbale Kommunikation wie Aggression, Drohgebärde, Revierverhalten gegenüber Artgenossen und Tauchern, Beschützerverhalten bezüglich der Weibchen, hautnah miterleben und  auch erkennen, dass man oft selbst Ursache der Störung und damit auch Auslöser des Verhaltens ist. 

Nicht nur das Beobachten, Zählen und Beschreiben von verschiedenen Fischarten oder die Betrachtung eines Transsekts während der verschiedenen Tauchgänge schult das Auge, auch die Beschäftigung nach den Tauchgängen und das Vordringen in den makroskopischen Bereich des Sandlückensystems, die Suche nach den Moostierchen auf den Neptungräsern verlangt Geduld und Beharrlichkeit, denn viele Mikroorganismen haben sich zu dieser Jahreszeit schon zurückgezogen und zeigen nicht die Präsenz wie im Frühjahr oder Sommer.

Weitere Höhepunkte bildeten die Wracktauchgänge zur Donator und zur Michel C. Besonders bei der Donator zeigt das Mittelmeer seine ökologische Vielfalt in einer wahrhaftig beeindruckenden Vielzahl von Fischen, die manchmal von jagenden Zahnbrassen und Makrelen durcheinandergewirbelt werden, so dass man den Eindruck bekommt, sich in einem dichten „Schneegestöber“  zu befinden. Man sieht Zackenbarsche, Dicklippige Meeräschen, Zahnbrassen, Goldbrassen, Fahnenbarsche, Barrakudas, Mittelmeermuränen, Meeraale, Gabeldorsche, um nur einige Arten zu nennen. 

Erwähnenswert sind auch die gelben und violetten Gorgonien, die außen überall das Wrack erobert haben und eines der wichtigsten Komponenten für das Wrackökosystem darstellen sowie das häufige Auftreten der großen Gelben-violetten Sternschnecke am Bug der Michel C. Die Liste ließe sich auch für die anderen Tauchplätze noch weiter vervollständigen, würde aber diesen Rahmen sprengen.

Betrachtet man die fünf Tage im Rückblick, so waren sie, um sich mit allen Fragen erschöpfend zu befassen, natürlich zu kurz.  Das ein oder andere Arbeitsblatt blieb für die Nachbereitung zuhause übrig, aber das wesentliche Ziel bei zukünftigen Tauchgängen als Tauchlehrer mehr zu erkennen, mehr biologisches Wissen und Sensibilität für unser empfindliches Ökosystem Meer vermitteln zu können und damit Tauchgänge bewusster und vielleicht auch spannender zu erleben, ist sicher erreicht worden.